E-Commerce-Lösung

Shopify, WooCommerce, Shopware, Magento: der ehrliche Kostenvergleich über drei Jahre

Der Preis auf der Startseite einer Plattform ist der uninteressanteste Teil der Rechnung. Was zählt, sind die Gesamtkosten über drei Jahre — Lizenz, Hosting, Wartung, Sicherheit, Entwickler, Gebühren, Migration. Diese Seite vergleicht entlang dieser Kategorien, ohne Ihnen erfundene Eurobeträge über fremde Plattformen zu präsentieren. Und sie sagt offen, wann Shopify die falsche Wahl ist.

Setup ab2.900 € netto
Vergleichshorizont3 Jahre TCO
Beratungsanspruchauch mal „nicht Shopify"

Warum der Listenpreis lügt

Total Cost of Ownership, kurz TCO, ist der Versuch, alle Kosten eines Systems über seine Nutzungsdauer zusammenzurechnen — nicht nur den Einstieg. Bei einem Onlineshop ist das entscheidend, weil die Posten, die am Anfang billig aussehen, oft die sind, die über Jahre am teuersten werden. Eine Plattform, die als kostenlos beworben wird, kann in Summe die teuerste sein, wenn Hosting, Wartung und Sicherheitsupdates vollständig bei Ihnen liegen.

Statt Ihnen Zahlen über WooCommerce-, Shopware- oder Magento-Projekte zu erfinden, die ich nicht belegen kann, vergleiche ich entlang von sieben Kostenkategorien und benenne die Treiber. Was ein Posten in Ihrem konkreten Fall kostet, hängt von Sortiment, Bestellmenge und Anspruch ab — die Kategorien aber gelten für jeden.

Warum drei Jahre? Weil das ungefähr der Zeitraum ist, über den sich eine Plattformentscheidung amortisiert und über den die laufenden Posten den einmaligen Aufbau übersteigen. Ein Rechenbeispiel ohne erfundene Beträge: Zwei Shops starten, einer auf SaaS, einer selbst gehostet. Der selbst gehostete ist im ersten Monat billiger, weil keine Lizenz läuft. Über drei Jahre summieren sich aber Hosting, Update-Stunden, Sicherheits-Patches und die eine unvermeidliche Nacht, in der nach einem Plugin-Update nichts mehr geht. Ob am Ende SaaS oder Selbst-Hosting günstiger war, entscheidet nicht der Startpreis, sondern wie viel Ihre eigene Zeit wert ist.

Ein Kostenfaktor, der quer zu allen vier Plattformen liegt und in keinem Startpreis auftaucht, sind Apps und Erweiterungen. Was die Plattform nicht von Haus aus kann, kommt als monatliches App-Abo dazu — bei Shopify ebenso wie über Plugins bei den anderen. Drei, vier, fünf kleine Abos summieren sich, und sie laufen jeden Monat weiter, ob genutzt oder nicht. Bei einer ehrlichen TCO-Rechnung gehört dieser Posten offen auf den Tisch, weil er schleichend wächst und ihn selten jemand regelmäßig aufräumt.

1
Lizenz

Fällt monatlich an (SaaS) oder als Kauf-/Enterprise-Lizenz. „Kostenlos" heißt nie kostenfrei im Betrieb.

2
Hosting

Bei SaaS im Preis enthalten, bei Selbst-Hosting ein eigener, mit dem Traffic wachsender Posten.

3
Wartung & Updates

Wer spielt Updates ein, prüft Plugin-Kompatibilität, hält das System lauffähig?

4
Sicherheit

Patches, PCI-Konformität, Angriffsfläche. Bei SaaS trägt sie der Anbieter, sonst Sie.

5
Entwicklerverfügbarkeit

Wie groß und wie teuer ist der Pool an Leuten, die das System pflegen können?

6
Payment-Gebühren

Transaktions- und Anbietergebühren. Manche Plattformen koppeln sie an den hauseigenen Dienst.

7
Migration & Wechsel

Einmalig beim Einstieg — und später der Preis dafür, das System wieder zu verlassen.

Die Vergleichsmatrix

Qualitativ, nicht in Euro. Jede Zelle beschreibt die Struktur des Postens, nicht einen Betrag — denn der hängt an Ihrem Fall. Die Spalte Shopify ist hervorgehoben, weil sie mein Schwerpunkt ist; das heißt nicht, dass sie überall gewinnt.

KategorieShopifyWooCommerceShopwareMagento / Adobe Commerce
Lizenz Monatliche SaaS-Gebühr, planabhängig Kern quelloffen und frei, Kosten über Plugins Community-Edition frei, kommerzielle Editionen kostenpflichtig Open Source frei, Adobe Commerce teure Enterprise-Lizenz
Hosting Inklusive, entfällt als eigener Posten Selbst zu stellen und mit dem Traffic zu skalieren Selbst-Hosting oder herstellereigene Cloud Ressourcenhungrig, entsprechend teures Hosting
Wartung & Updates Plattform-Updates laufen automatisch Core und Plugins selbst pflegen, Kompatibilität prüfen Updates selbst einspielen und testen Aufwändige, planungsintensive Update-Zyklen
Sicherheit Von Shopify verantwortet, PCI inklusive In eigener Verantwortung, regelmäßiges Patchen nötig In eigener Verantwortung Eigenverantwortung bei großer Angriffsfläche
Entwickler­verfügbarkeit Großes Ökosystem, Templating über Liquid Sehr großer PHP- und WordPress-Pool Kleinerer, stark auf den DACH-Raum konzentrierter Pool Spezialisiert, knapp und dadurch teuer
Payment-Gebühren Günstig mit Shopify Payments; Fremdanbieter kann extra kosten Freie Wahl des Zahlungsanbieters Freie Wahl des Zahlungsanbieters Freie Wahl des Zahlungsanbieters
Migration & Wechsel Einstieg gut unterstützt, Ausstieg eingeschränkter Volle Datenhoheit erleichtert den Wechsel Migrationswerkzeuge vorhanden Wechsel komplex und aufwändig

Wer die Matrix von oben nach unten liest, erkennt das Muster: Bei Shopify kaufen Sie Posten weg — Hosting, Updates, Sicherheit wandern zum Anbieter und tauchen in Ihrer TCO nicht mehr als Arbeitszeit auf. Bei den selbst gehosteten Systemen behalten Sie die Kontrolle, zahlen sie aber mit Verantwortung und laufendem Aufwand. Genau dieser Tausch ist die eigentliche Entscheidung, nicht der Lizenzpreis.

Ein Posten, der in Vergleichen gern untergeht, ist die Austrittsseite der Migrationszeile. Bei einem selbst gehosteten System gehört Ihnen die Datenbank; ein Wechsel ist Arbeit, aber die Daten liegen bei Ihnen. Bei SaaS ist der Einstieg bequem, der spätere Ausstieg dagegen stärker vom Export abhängig, den die Plattform zulässt. Das ist kein Argument gegen Shopify — es ist ein Argument dafür, die Wahl bewusst zu treffen, weil sie schwerer rückgängig zu machen ist, als der einfache Start vermuten lässt.

Die vier Kandidaten, ehrlich eingeordnet

Shopify

Gehostetes SaaS. Nimmt Ihnen Hosting, Updates und Sicherheit ab und bringt Sie schnell und verlässlich live. Der Preis dafür ist weniger Kontrolle über die Infrastruktur und feste Grenzen, an die man bei sehr individuellen Anforderungen stößt. Stark für B2C und viele B2B-Fälle, planbar im Betrieb. Die Grenzen sind bekannt und dokumentiert, was die Planung erleichtert — man weiß vorher, wo die Wand steht.

WooCommerce

Quelloffenes Plugin für WordPress. Maximale Freiheit und volle Datenhoheit, riesiger Entwicklerpool. Die Kehrseite: Hosting, Updates, Sicherheit und die Kompatibilität vieler Plugins liegen dauerhaft bei Ihnen. Günstig im Einstieg, im Betrieb nur so günstig wie Ihre Wartungsdisziplin. Für Teams mit WordPress-Erfahrung und einem verlässlichen Wartungspartner eine sehr wirtschaftliche Wahl; ohne diese Disziplin ein schleichendes Risiko.

Shopware

Deutsche Plattform, quelloffen mit kommerziellen Editionen, selbst gehostet oder als Cloud. Stark im DACH-Raum und bei anspruchsvollem B2B. Der Entwicklerpool ist kleiner als bei WooCommerce, dafür oft näher an deutschen Prozessen und Anforderungen. Wer ohnehin im deutschen Mittelstand mit komplexen ERP- und Buchhaltungsprozessen arbeitet, findet hier oft die beste Anschlussfähigkeit.

Magento / Adobe Commerce

Sehr mächtig und sehr komplex. In der Adobe-Commerce-Variante eine Enterprise-Lösung mit entsprechender Lizenz und hohem Hosting- und Entwicklungsaufwand. Lohnt sich dort, wo Katalogtiefe und individuelle Logik wirklich extrem sind — und wird für kleinere Shops schnell überdimensioniert. Der Betrieb verlangt ein eingespieltes Team oder eine Agentur; als Ein-Personen-Projekt ist die Plattform kaum sinnvoll zu stemmen.

Wann Shopify die richtige Wahl ist

Damit die Ehrlichkeit in beide Richtungen geht: In den meisten B2C-Fällen und in vielen B2B-Fällen ist Shopify eine sehr gute Antwort. Immer dann, wenn Sie verkaufen wollen statt Server zu betreiben, wenn Verlässlichkeit und Planbarkeit wichtiger sind als vollständige Kontrolle über die Infrastruktur, und wenn Ihr Sortiment in die Struktur der Plattform passt, spielt Shopify seine Stärke aus. Sie tauschen ein Stück Flexibilität gegen deutlich weniger Betriebsaufwand — und für die meisten Händler ist das der richtige Tausch. Der Aufwand, den Sie sich sparen, ist real und wiederkehrend; er verschwindet nur aus der Rechnung, weil ihn der Anbieter trägt, nicht weil es ihn nicht gäbe.

Wann Shopify die falsche Wahl ist

Das ist der wichtigste Abschnitt dieser Seite, und er spricht gegen mein eigenes Angebot. Shopify ist eine gute Standardantwort, aber es gibt vier Konstellationen, in denen ich von Shopify abrate — und Ihnen im Erstgespräch eher WooCommerce, Shopware oder Adobe Commerce empfehle.

Sehr individuelle B2B-Preislogik

Wenn jeder Kunde seine eigene, vertraglich ausgehandelte Preisliste hat, mit Staffeln, Sonderkonditionen und kundenindividuellen Katalogen, dann stößt Shopifys B2B-Funktionalität irgendwann an ihre Grenze. Was in der Standardausprägung geht, steht im Beitrag zum B2B-Shop; jenseits davon ist eine Plattform mit tieferer Preis-Engine oft die ehrlichere Wahl.

Datenhoheit oder On-Premise-Pflicht

Shopify ist SaaS. Ihre Daten liegen auf Shopifys Infrastruktur, nicht auf Ihren Servern. Wenn Compliance, Konzernvorgaben oder eine On-Premise-Pflicht verlangen, dass alles im eigenen Haus läuft, ist das ein hartes Ausschlusskriterium — kein Feature gleicht es aus. Dann führt der Weg zu einem selbst gehosteten System.

Mehr als drei Optionsachsen pro Produkt

Shopify erlaubt seit dem 15. Oktober 2025 bis zu 2.048 Varianten pro Produkt — aber unverändert nur drei Optionen. Größe, Farbe, Material: fertig. Wer eine vierte Achse braucht, etwa Bedruckung oder Kantenform, verlässt den Standardweg und landet bei Line Item Properties oder einem eigenen Konfigurator. Und selbst innerhalb der 2.048 gibt es eine praktische Grenze: product.variants gibt in Liquid nur 250 Varianten zurück, alles darüber muss per JavaScript nachgeladen werden. Bei einem Sortiment, das von Natur aus vierdimensional ist, kämpfen Sie dauerhaft gegen die Plattform.

Extreme Katalogtiefe

Hunderttausende Artikel mit tief verschachtelten Kategoriebäumen, komplexen Filterlogiken und ständig wechselnden Attributen: Das ist der Bereich, für den Adobe Commerce gebaut wurde. Shopify kann große Kataloge, aber die Werkzeuge für Massenpflege, Attributverwaltung und Facettensuche sind schlanker. Wer dort täglich arbeitet, merkt den Unterschied.

Was ein Wechsel tatsächlich kostet

In jeder Plattformrechnung fehlt derselbe Posten: die Migration. Der Datenexport ist selten das Problem — Produkte, Varianten, Kunden und Bestellhistorie lassen sich strukturiert übertragen. Teuer wird das, was danach kommt: Jede alte Produkt- und Kategorie-URL braucht eine 301-Weiterleitung auf das passende neue Ziel. Ohne dieses Mapping verlieren Sie die Sichtbarkeit, die Sie über Jahre aufgebaut haben, und merken es erst drei Monate später am Umsatz. Wie das konkret abläuft, steht im Beitrag WooCommerce zu Shopify migrieren.

Der zweite unterschätzte Posten ist der Prozess, nicht die Technik. Ihr Team hat gelernt, wie das alte System funktioniert. Bestellabwicklung, Retouren, Buchhaltungsexport — all das läuft nach dem Wechsel anders. Das ist Einarbeitungszeit, und sie steht in keinem Angebot.

Wie ich die Entscheidung mit Ihnen treffe

Ich baue Shopify-Shops. Damit ist klar, wo mein wirtschaftliches Interesse liegt, und Sie sollten das beim Lesen mitdenken. Deshalb steht am Anfang keine Empfehlung, sondern eine Sichtung: Wie sieht Ihr Sortiment strukturell aus, wie viele Optionsachsen hat Ihr komplexestes Produkt, welche Systeme müssen angebunden werden, gibt es Compliance-Vorgaben zur Datenhaltung, und wie sieht Ihre B2B-Preislogik aus.

Fällt die Antwort gegen Shopify aus, sage ich Ihnen das — und wenn ich Sie an jemanden verweisen kann, der Shopware oder WooCommerce besser beherrscht als ich, tue ich das. Ein Shop auf der falschen Plattform ist für beide Seiten ein schlechtes Geschäft: Sie zahlen dauerhaft gegen die Plattform an, und ich verbringe das Projekt damit, Grenzen zu umgehen statt Funktionen zu bauen. Wenn Sie diese Fragen erst noch sortieren wollen, ist eine unabhängige Beratung der günstigere Einstieg als ein Umsetzungsangebot.

Fällt sie für Shopify aus, beginnt das Setup bei 2.900 Euro netto. Was dann konkret passiert, steht unter Shopify Agentur.

Welche Plattform passt zu Ihrem Sortiment?

30 Minuten, kostenlos, ohne Verkaufsdruck. Am Ende wissen Sie, ob Shopify die richtige Antwort ist — oder welche Plattform es stattdessen sein sollte.

Erstgespräch vereinbaren →